Unser Potential ist die Gemeinschaft!
7. September 2006
“Wir müssen unsere Zukunft aktiv gestalten - Der Moment ist jetzt!” - Eike Block ist seit über vier Jahren aktiv bei der Grünen Jugend. Aktuell steckt er in der Ausbildung zum Verlagskaufmann, Eike hat letztes Jahr Abitur gemacht und ist nun gerade 20 Jahre alt. Werden wir es in Zukunft schwerer haben?
Wie oft bekommen wir das von unserer Eltern- und Großelterngeneration zu hören: „Ihr werdet es schwerer haben als wir!“ Das ist natürlich unheimlich ermutigend das eigene Leben.
Für mich bedeutet „zukunft leben“, seine Zukunft und die Zukunft der Gesellschaft aktiv zu gestalten und sich nicht von abstrakten Begriffen wie dem demographischen Wandel oder der Globalisierung wegreißen zu lassen. Meine Generation ist die Generation der Hauptakteure.
Die Zukunft ist kein schwarzes Loch, in das wir hineinfallen. Sie ist eine Chance für uns, endlich das anzupacken, was bisher versäumt wurde.
Generationengerechtigkeit über den Sozialstaat
Die Messlatte der Generationengerechtigkeit und der Nachhaltigkeit muss an jede politische und gesellschaftliche Entwicklung angelegt werden, um diese zu beurteilen. Wenn wir eine lebenswerte Welt erhalten wollen, müssen wir Menschen wie nie zuvor zusammenhalten.
Für mich ist da der Erhalt des Sozialstaates von großer Bedeutung.
Wie schaffen wir es, ein stabiles Sozialversicherungs- und Rentensystem auf die Beine zu stellen? Wie kommen wir an das Geld ran – das gewiss da ist, aber lieber in andere Töpfe fließt? Wie sorgen wir heute für unsere Kinder und Enkel vor?
Durch gerechte Verteilungsmechanismen, die dem Staat – welcher ja der Zusammenschluss vieler Menschen ist – die Möglichkeit geben, in die Zukunft zu investieren. Hauptsächlich denken wir da alle an Bildungsinvestitionen. Denn gerade Bildung ist wohl der wichtigste Baustein unserer Zukunft.
Eine kleine Elite ist noch längst keine Gesellschaft
Wir dürfen aber auch schwächere Menschen nicht ausgrenzen und auf die kleine elitäre Spitze setzen. Denn damit fallen wir über kurz oder lang schlicht auf die Nase. Unser Potential liegt in der Gemeinschaft!
Eine Gesellschaft, die zusammenhält, muss Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Die demokratische Teilhabe für die Mitarbeiterschaft in Unternehmen muss weiter ausgebaut werden. Nur so können die zunehmend willkürlichen Entscheidungen raffgieriger Vorstandsvorsitzender abgefedert werden. Zu guter Letzt gehört zu einem funktionierenden Sozialstaat auch ein starkes Gewerkschaftswesen. Dieses darf auf keinen Fall von neoliberalen Kräften unter den Tisch gespielt oder ausgehebelt werden.
Was man öfters hört, das ist das Argument, es gäbe keine Arbeit mehr, die Erwerbsarbeit nehme ab. Arbeit gab es immer und es wird sie auch weiter geben. Die Arbeitsplätze müssen nur aktiv geschaffen werden, hauptsächlich von einem starken Staat mit starken Institutionen.
Arbeit ist und bleibt unabdingbar für den Menschen. Ohne Arbeit sind wir nur „halbe Menschen“, darüber lässt sich auch mit staatlichen Prämien nicht hinwegtäuschen. Wir wollen uns doch selbst verwirklichen!
Meine Lebensplanung gehe ich ganz positiv an. Nach meiner Ausbildung würde ich gerne studieren. Germanistik vielleicht. Mein großer Traum ist, mich selbstständig zu machen, um vielleicht einmal selber anderen Menschen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze anbieten zu können.
Auf politischer Ebene werde ich mich weiterhin stark machen für einen starken, gestaltenden Staat, für mehr Bildung und Ausbildung und für gerechtere Verteilung der Ressourcen. Für nachhaltige Wirtschafts- und Sozialpolitik und gegen die neoliberale Vorstellungen von wegen „der Markt wird’s richten“.
Also lasst es uns anpacken! Die Zukunft beginnt heute – oder wie der Kölner es sagen würde: Der Moment ist genau jetzt!
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