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Frankreich. Es ist März, dieser März. Tausende SchülerInnen, StudentInnenen und GewerkschaftlerInnen gehen gegen eine Arbeitsmarktreformen auf die Straße. Sie blockieren wochenlang Schulen und Universitäten. Das öffentliche Leben steht fast komplett still. Das Ergebnis? Nach zwei Monaten wird die bereits beschlossene Reform doch noch zurückgezogen.
Dagegen die Hartz-Gesetze in Deutschland: August 2002. Die rot-grüne Bundesregierung beschließt das „Konzept für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“. Erst zwei Jahre später gehen gerade einmal einige hundert GewerkschaftlerInnen, Arbeitslose und vor allem RentnerInnen demonstrieren. Die neuen „Montagsdemos“. Am ersten Januar letzten Jahres trat nichtsdestotrotz die letzte Stufe der Hartz-Gesetzgebungen in Kraft.
Beide Gesetze betreffen fundamental die Perspektiven aller, gerade auch junger, Menschen – und trotzdem bleibt in Deutschland ein Aufschrei der „jungen Generation“ vollkommen aus. Denn diese ist stattdessen beschäftigt, um in der Schule das bestmögliche Abitur, danach die bestbezahlteste Ausbildung oder den bestmöglichen Abschluss an der renommiertesten Universität und dann später im Job die besten Karriereaussichten zu haben.
Auch als letztes Jahr die Studiengebühren zu dem großen Thema wurden in Deutschland, blieb ein Aufschrei der Masse der StudentInnen aus. Das gleiche Bild diesen Sommer, nachdem der Landtag in NRW den Weg für Studiengebühren frei machte: „Kommst du mit zur Rektoratsbesetzung?“ - „Nee, ich hab’ gleich Vorlesung!“ Dabei gibt es in Deutschland anders als den USA z.B. ein kaum entwickeltes Stipendiensystem und schon heute haben über 80 Prozent aller Studierenden in Deutschland neben der Uni einen Nebenjob. Es werden also auch nicht wenige sein, die in Zukunft noch mehr arbeiten müssen, nur, wo bleibt da das Studium?
arbeitamt_klein.jpg Anders als bspw. in Schweden wird die finanzielle Förderung von StudentInnen hierzulande kaum als Investition in die Zukunft, sondern vielmehr als soziales Zugeständnis gesehen. Aber selbst dieses Zugeständnis Bafög reicht in der jetzigen Form selten zum Überleben!
Das gleiche Bild zieht sich durch andere Bereiche: Wer in Deutschland arbeitslos wird landet nicht selten auch im sozialen Abseits. Wer keine neue Anstellung findet erhält fortan „Hartz IV“ und ist damit am unteren Ende des deutschen Sozialsystems angelangt – statt sich wirklich mit dem Problem der Arbeitslosigkeit auseinanderzusetzen werden Sozialhilfe-EmpfängerInnen meistens als „Schmarotzer“ diffamiert.
Der vielgehörte Satz des „Arm durch Arbeit, reich durch Hartz IV“ haut in genau die gleiche Kerbe. Zudem lässt er vollkommen außer Acht, dass Arbeitslosigkeit sehr selten selbstgewählt ist, sondern für die Meisten eine absolut unfreiwillige Entscheidung. Arbeit bedeutet für den Großteil der Menschen in unserer Gesellschaft vor allem persönliche Entfaltung.
Der Satz greift allerdings auch deshalb zu kurz, weil es doch nicht die Regel sein kann, dass immer mehr ArbeitnehmerInnen mit ihrem Einkommen unterhalb des Hartz-IV-Niveaus liegen, und damit ja unterhalb des in Deutschland festgelegten Existenzminimums!
All dies führt dazu, dass sich in unserer Generation vor allem ein Gefühl breit macht: Das der Zukunftsangst. Finden wir eine Ausbildungsstellle? Finden wir eine feste Anstellung, oder nur hunderte unbezahlte Praktika? Können wir von unserer Arbeit leben? Passt die Familie in den Plan oder scheitert dann die Karriere? Wie geht es weiter?

wegweiser_klein.jpg Und wie wollen wir, dass es weitergeht? Was muss sich ändern? Was muss besser werden, was soll bleiben?
Wir kritisieren nicht nur die herrschende Mentalität, wir wollen Alternativen finden!

Wohin soll die Reise gehen?

Auf den folgenden Seiten sind einige unserer Ideen und Visionen, einige Vorschläge gesammelt. Schreib uns und diskutiere mit uns!