Hochschule

Studieren ohne Grenzen!

Viele Faktoren setzen einem erfolgreichen Studium bzw. den Studierenden ansich Grenzen. Eine moderne Wissensgesellschaft kann es sich aber nicht leisten den Menschen Grenzen zu setzen, auf die sie ihre Zukunft aufbauen will. Das Studium muss stattdessen möglichst vielen jungen, aber auch älteren Menschen zugänglich gemacht werden. Der Staat ist an dieser Stelle aufgefordert Barrieren abzubauen, anstatt neue Hürden zu schaffen.

Für ein gebührenfreies Studium

Studiengebühren werden nicht helfen das auszugleichen, was der Staat nicht mehr finanziert. Es ist klar, dass die Ausgaben für Bildung in allen Bereichen steigen müssen, angefangen beim Kindergarten bis hin zur Universität. Das kann aber nicht bedeuten, dass dies durch direkte Beiträge der Studierenden geschehen soll. Aus anderen Ländern wissen wir, dass der Staat die Einführung von Studiengebühren dazu genutzt hat, sich selbst aus der Bildungsfinanzierung zurückzuziehen. Diese Entwicklung muss unbedingt aufgehalten werden!
Studiengebühren sind unsozial und schließen Menschen aus sozial schwächeren Schichten aus. Durch Studiengebühren wird die Aufnahme eines Studiums zum Luxusgut. Das kann nicht der Weg in eine moderne Gesellschaft sein. Ohnehin sind die finanziellen Belastungen für Studierende bereits jetzt hoch. Viele sind gezwungen für ihren Lebensunterhalt neben dem Studium zu arbeiten. Diese jungen Leute können nicht auch noch das Geld für Studiengebühren erjobben. Auch Studienkredite sind Augenwischerei und die Zukunftsaussichten junger Menschen sind heute ohnedies ungewiss. Niemand möchte sich der zusätzlichen Unsicherheit einer hohen Verschuldung aussetzen.
Das Studium muss also weiterhin gebührenfrei bleiben!

Den Hochschulzugang vereinfachen

In Deutschland gibt es das Recht auf freie Berufswahl. Für den Hochschulbereich leitet sich daraus ab, dass jede Person mit einer Hochschulzugangsberechtigung (meist Abitur) grundsätzlich zur Aufnahme eines Studiums an einer öffentlichen Hochschule berechtigt ist. Weder sollte dieses Recht durch Studiengebühren in Frage gestellt werden, noch sollte das Bedürfnis der Hochschulen ihre Studierenden auszusuchen vor dem Recht der Studierenden stehen. Ergänzende Zugangsprüfungen oder –bedingungen, wie beispielsweise ein NC, dürfen nicht zum Regelfall werden, sondern müssen klare Ausnahmen bleiben. Die Grüne Jugend sieht den Staat in der Pflicht für angemessene Studienbedingungen zu sorgen. Dazu gehört die Bereitstellung von Studienplätzen, die sich an der Nachfrage orientiert.
Auch den Kreis der Hochschulzugangsberechtigten zu erweitern hält die Grüne Jugend NRW für sinnvoll. Dabei könnte Deutschland sich an Vorbildern, wie Finnland orientieren, wo alle Absolventen der Sekundarstufe II die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung erhalten. Es gibt keine Gründe anzunehmen, dass AbsolventInnen des beruflichen Schulwesens weniger geeignet für ein Studium sind als AbsolventInnen des allgemein bildenden Schulwesens. Es sollten nicht Hürden für Menschen aufgebaut werden, die sich erst nach Abschluss einer Berufsausbildung zu einem Studium entschließen und keine allgemeine Hochschulreife erlangt haben.

Der Staat ist in der Pflicht für ein Hochschulangebot zu sorgen. Zunehmende Privatisierung oder die Überführung von Hochschulen in Stiftungshochschulen lehnt die Grüne Jugend ab. Bildung bleibt eine zentrale Aufgabe des Staates. Der Rückzug des Staates aus den Hochschulen droht langfristig das Recht auf freien Hochschulzugang auszuhöhlen.

Selbstbestimmt studieren  

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und Teilhabe an der Gesellschaft. Durch individuelle Förderung muss es jeder und jedem möglich sein ein Studium aufzunehmen. Es muss den Studierenden ermöglicht werden selbstbestimmt zu studieren. Die Grüne Jugend NRW hält weiter an der Forderung nach einem Eltern-unabhängigen Bafög fest. Auch hier muss kommerziellen Studienkrediten eine klare Absage erteilt werden. Sie stellen keine Alternative zum staatlichen Bafög dar.

Selbstbestimmtes studieren ist aber nicht nur eine Frage der individuellen Finanzierung. Eine Reihe anderer Faktoren spielen dort ebenfalls mit hinein. Beispielsweise die Frage nach einer universitären Kinderbetreuung für diejenigen Studierenden, die bereits eine Familie haben. Auch diese Betreuung muss kostenfrei sein, um auch Eltern die Aufnahme oder Fortführung eines Studiums zu ermöglichen.

Ebenso tritt die Grüne Jugend NRW für ein barrierefreies Studium ein. Die Bedürfnisse körperlich benachteiligter Studierender müssen in besonderer Weise berücksichtigt werden.

Politische Mitbestimmung 

Studierende bilden die weitaus größte Personen-Gruppe an den Hochschulen. Trotzdem verfügen sie nur über ein eingeschränktes Mitspracherecht. Weiterhin bestimmen in aller erster Linie die Professoren über die Geschicke der Hochschulen. Vielen Politikern ist die politische Selbstvertretung der Studierenden ohnedies ein Dorn im Auge. Das wird Studierende aber nicht davon abhalten, weiter aktiv für ihre Rechte einzutreten. Die Grüne Jugend NRW unterstützt die Studierendenvertretungen und wird sich weiter für die Stärkung ihrer Rechte einsetzen.

Studium internationale

Der Bolognaprozess, der die Vergleichbarkeit internationaler Hochschulleistungen verbessern soll ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings leidet das neue BA/MA Studium noch an gewissen Kinderkrankheiten. Nicht nur, dass viele Hochschulen mit der Umsetzung überfordert wirken. Es geht auch um die dahinter stehende Qualifizierung. Ein gesondertes Zulassungsverfahren mit Zulassungsbeschränkungen für das weiterführende Masterstudium ist der vollkommen falsche Weg. Sowohl muss das Bachlorstudium für den Einstieg in das Berufsleben qualifizieren, als auch für jeden die Fortsetzung des Studiums im Masterstudiengang ermöglichen.

In einer zunehmend internationalisierten Welt muss auch das Hochschulwesen international sein – das darf aber nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Der Austausch zwischen den Hochschulen muss stärker entbürokratisiert werden. Außerdem fordert die Grüne Jugend NRW, dass ein Abschluss an einer deutschen Hochschule ein gewisses Aufenthaltsrecht für ausländische Studierende nach sich zieht.