Generationengerechtigkeit
24. August 2006
Gedanken zum Thema von Luca aus Hamburg. Luca ist 22 Jahre alt und studiert Jura.
Ein Begriff der sich sicherlich im Laufe der Geschichte gewandelt hat. Das Ziel war aber zumindest seit der Nachkriegszeit häufig mit der Aussage verbunden „meine Kinder sollen’s mal besser haben als ich.“ Ob seitdem immer nach diesem Credo gehandelt wurde, darf bezweifelt werden. Aus der Generation unserer Eltern kommen nun vermehrt Eingeständnisse wie „so gut wie wir werdet ihr’s wohl nicht mehr haben.“
In der Tat liegt in Zeiten, in denen Südseeinseln für immer vom steigenden Meeresspiegel aufgefressen werden, die Vermutung nahe, daß unsere Eltern sich das beste Tortenstück aus den letzten 1000 Jahren herausgeschnitten hätten. Man konnte fast alles studieren, da Vollbeschäftigung herrschte, konnte man sich mit einer 35-Stunden Woche begnügen und trotzdem auf angemessene Pensionen hoffen und für ein paar Mark das Auto volltanken. Das diese Grundsätze leider nicht mehr für unsere Generation gelten ist klar und ungerecht kommt es einem auch vor. Denn wäre damals nachhaltiger gewirtschaftet worden, hätten auch wir uns noch eine Scheibe vom Überfluß abschneiden können. Doch hier hört man auch ein wenig Neid heraus. Die Verschwendung an Ressourcen und Kapital der letzten Jahre und Jahrzehnte erscheint aus heutiger Sicht gierig und dumm, doch so etwas sagt sich hinter immer einfach. Was passierte ist letztlich menschlich und muß als Lernprozeß gesehen werden. Wer denkt schon gerne an das Ende eines Paradieses?
Was damals der Kalte Krieg war ist heute Terrorismus, Globalisierung und die fortscheitende Zerstörung des Planeten. Trotzt sich ändernder Probleme hat sich das, was man unter Gerechtigkeit versteht wohl kaum geändert.
Der Begriff sollte jedoch nicht mit Gleichheit verwechselt werden. Denn gleich war eine Generation selten im Vergleich zu der davor. Was aber auch wahr ist, dass eine Generation in der Blüte ihrer Wirkungsphase es schaffen kann die Gesellschaft und das Geschehen um sie herum nach ihren Wünschen zu beeinflussen. Insofern bleibt uns immer noch die Chance es anders zu machen, wenn wir nicht zufrieden sind.
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