Wir müssen über das Heute hinaus denken

Eure Ideen für eine andere Zukunft!

28. November 2006

Fotos der Veranstaltung findet ihr hier.DSC00048.JPG

Und hier ein Bericht von Arndt Leininger:

Das Offene Landtagsplenum in Düsseldorf war mit über 100 TeilnehmerInnen ein toller Erfolg. Neben natürlich vielen GRÜNE-JUGEND-Mitgliedern waren auch viele SchülerInnen im Publikum um zur Frage „»Wohin soll die Reise gehen?«Eure Ideen für eine andere Zukunft“ zu diskutieren.


Zunächst begannen aber die ReferentInnen. Sie hatten ,nach der Begrüßung durch den Vizepräsidenten Oliver Keymis, dem es auf dem Sitz des Präsidenten sichtlich gut gefiel, zunächst Gelegenheit ihre Meinung zum Thema Generationengerechtigkeit darzustellen. Den Anfang machte Astrid Rothe, Grüne aus Erfurt, „was natürlich in Thüringen ist“ und dort Landessprecherin. Sie hält Generationengerechtigkeit für einen problematischen Begriff, der im politischen Diskurs schon zu oft als Begründung für so manche Einschnitte herhalten musste. Natürlich se
i es nötig zu sparen, aber an den richtigen Stellen, z.B. bei Autobahnbauten, (unnötigen) öffentlichen Prestigeprojekte und Subventionen wie Steinkohle.

Tim Küsters vom RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Stundenten) erläuterte sein Verständnis von Generationengerechtigkeit im Kontext der Familie: hier würde eine Generation für die andere einstehen. Michael Klundt von der Universität Köln hob ih seinem Vortrag besonders auf seinen Forschungsschwerpunkt Kinderarmut ab. Hier sah er eine starke intragenerationelle (innerhalb einer Generation) Ungerechtigkeit. Sein Namensvetter Michael Dietz von Eins Live sprach von der heutigen Generation als „abwartende Generation“ und forderte mehr Eigeninitiative.


Schien das offizielle Ambiente des Plenarsaals zunächst noch einige von einer Wortmeldung abzuhalten, so legten die TeilnehmerInnen spätestens bei der Diskussion um öffentlicheSchwimmbäder ihre Scheu ab. Eifrig diskutiert wurde, ob die öffentliche Förderung von Schwimmbädern zu niedrig oder zu hoch wäre und ob sie in Relation zum Nutzen stünde. Michael Klundt hatte zuvor das Beispiel Schwimmbäder aufgebracht um auf Folgen der Kinderarmut hinzuweisen – viele Kinder könnten sich nicht mal mehr einen Schwimmbadbesuch leisten
. Und da vornehmlich junge Menschen im Plenum waren drehte sich die Diskussion weiterhin hauptsächlich um die Jugend betreffende Themen, nämlich vorallem Bildung und Ausbildung. Kontrovers diskutiert wurde vor allem der Aspekt der Chancengleichheit. Der soziale Hintergrund von Kindern entscheide in Deutschland über deren Teilhabe an der Gesellschaft und Bildungschancen, wurde von einem großen Teil des Podiums und Plenums beklagt.Viele SchülerInnen im Plenum beklagten mangelnde Motivation von Seiten ihrer LehrerInnen und forderten mehr Mittel für ihre (unterfinanzierten) Schulen. Michael Dietz forderte auf vorsichtig zu sein mit Vorwürfen an LehrerInnen, die Chance seien für die Meisten da, nur müssten diese auch genutzt werden.

Eine Realschülerin machte die Perspektivlosigkeit, vor allem begründet durch die nichtvorhanden Aussicht auf eine Lehrstelle, unter ihren MitschülerInnen für mangelndes Engagement in der Schule verantwortlich. Astrid Rothe würde deshalb gerne die Wirtschaft stärker in die Pflicht nehmen. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen hülfen nicht: große Betriebe holen sich ihre ausgebildeten Fachkräfte von kleinen Unternehmen statt selbst auszubilden und selbst Stadtverwaltungen erfüllen ihre Ausbildungsquote nicht. Eine Meinung, mit der sie nicht allein da stand. Mehrheitlich fand sich die Meinung, dass der Staat noch nicht genug tue für junge Menschen. Hier müsste noch einiges passieren. Wie das geschehen könnte deuteten die ReferentInnen dann teilweise auch nochmals in ihren Abschlussstellungnahmen an.

Tim Küsters appellierte an die Jugendlichen sich zu engagieren. Michael Klundt forderte die Schule für alle. Er betonte, dass es immer Alternativen zur momentanen Politik gäbe und griff einen wesentlichen Aspekt generationengerechter Politik auf: „Lasst euch als junge Menschen nicht gegen alte Menschen ausspielen.“

Michael Dietz zeigte sich positiv überrascht über die Beteiligung an der Veranstaltung, er mahnte, die hier versammelten Jugendlichen müssten in ihrem Engagement Vorbilder für ihre jungen Mitmenschen sein.

Auch Andrea Asch (MdL, B’ 90 / Die Grünen) , die zusammen mit Katharian Dröge (Sprecherin GJ NRW) die Diskussion moderierte hatte zog ein “sehr sehr positiv[es]“ Fazit, sie „nehme sehr viel mit“ aus der Diskussion.

Dieser Meinung konnten sich die Schülerinnen und Schüler sicher anschließen. Auch sie zeigten sich begeistert über die Veranstaltung und bedankten sich für die Möglichkeit ihre Probleme in diesem Rahmen zu diskutieren. Solche Veranstaltungen sollte es öfter geben.

Warum nicht!

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